Ortsgeschichte
Aus der Geschichte des Ortes Ellwangen
Gelangt man über das schmale Sträßchen von Tristolz her auf die höchste Erhebung der Gemarkung, den Tristolzer Berg (699 m. ü. M.), so tut sich für den Betrachtenden das typische Bild einer vorallgäuer Landschaft auf.
Bei schönem Wetter und guter Fernsicht bleibt der Wanderer unwillkürlich stehen, um dieses herrliche Bild in sich aufzunehmen; welch abwechslungsreiches Landschaftsbild, Wiesen und Ackerfluren, Moorlandschaften und große Waldgebiete schieben sich als Kulissen in das melodische Bild, dessen Hintergrund das Panorama der Alpen darstellt. In einer stattlichen Länge, von der Zugspitze bis hin zum Säntis, beherrscht die Alpenkette den Horizont.
Am südlichen Fuße dieses Tristolzer Berges liegt in einer sanften, flachen Talsenke eingebettet das Dorf Ellwangen.
Durch den Ort fließt der vor etlichen Jahren begradigte Ellbach; an der nördlichen Spitze der Gemarkung, bei Eulental, entspringt die untere Rottum und östlich bildet auf einer kleinen Strecke der Pfaffenriederbach die frühere Grenze. Wie viele Gemeinden in diesem Raum weist Ellwangen eine starke Vereinödung auf. In einer Oberamtsbeschreibung von 1843 heißt es: "Die starke Vereinödung erfolgte im Hauptort 1787, in den Parzellen 10 Jahre später, in Pfaffenried erst 1809". Über das heute noch vorwiegend landwirtschaftlich orientierte Ellwangen kann man weiter lesen: "Der Ort hat in den niederen Gegenden guten, fruchtbaren Boden, daher ergiebigen Ackerbau, wenig Viehzucht. Die ökonomischen Umstände der Einwohner gehören zu den besseren. Von Gewerben sind zu nennen: 2 Mahlmühlen, 1 Sägemühle und 1 Schilderwirtschaft. Leineweberei wird fleißig betrieben. Nicht ganz unbedeutend ist das Gewerbe einiger Schuhmacher, die ihre Waren bis nach Bayern absetzen. Auch das Geschäft eines Kornhändlers verdient Erwähnung.
Der Name Ellwangen, früher Elwangen oder Elbwangen, kann vermutlich von "Elch" und "wang" (abschüssiges Gelände) abgeleitet worden sein. Deshalb wurde in das Gemeindewappen anlässlich der Einführung der neuen Amtsbezeichnung "Bürgermeister oder -amt" (vorher Schultheiß;) im Jahre 1931 ein goldfarbiger Elchkopf auf schwarzem Grund aufgenommen. Von früheren Wappen ist nichts bekannt. Wohl aber gibt es in Ellwangen einige sehr schöne ältere Familienwappen.
Mittelalter
Lange unter der Herrschaft der Waldburger
Über Besiedlung und ältere Geschichte Ellwangens ist nichts bekannt. Der Ort wird erstmals in dem Verzeichnis der Kreuzzugssteuer von 1275 mit einem Magister Atzo als Pfarrer genannt und gehörte bis 1454 den Habsburgern.In diesem Jahr verpfändete Erzherzog Sigmund von Tirol Ellwangen mit Zubehörungen an die Truchsessen Jakob, Eberhard und Georg von Waldburg.
Dabei muss erwähnt werden, dass das Dorf "Christoll" (Tristolz) und einige andere Besitzungen noch nicht den Waldburgern gehörte, die aber der Waldburger Truchsess Graf Johannes von Sonnenberg schon in den Jahren 1482-94 von den Ablösungsgeldern der Landvogtei hinzukaufte. In einem alten Bericht steht, dass Hans von Sonnenberg 1482 von Lutz Spreng von Ellwangen verschiedene Güter, Höfe, Zinse und Gilten um 1125 Pfund Heller erwarb. Und wieder 6 Jahre danach kaufte er von Bartholomäus Warthauser von Warthausen und dessen Frau, die im Besitz einiger Ländereien von Tristolz, Pfaffenried und Bellamont waren, für 4870 Pfund deren Teile, samt dem Weiher von Tristolz, ab. Somit hatte er sich schon große Teile um Ellwangen als freies Eigentum erkauft, während Ellwangen selbst zwar Österreich gehörte, aber in waldburgerischem Besitz war. Er gibt dies selber an in einem Brief vom 13. Februar1508 an seinen Bruder Andreas: "Nun weißt du wohl, dass ich weder Herrschaften Städte noch Schlösser vom Hause Österreich inne habe, wie du nur das Dorf Ellwangen, das nicht mehr als 8-9 Häuser hat; das andere so im gemeldeten Dorf Ellwangen gelegen ist mein eigen, denn ich habe das erkauft und habe darüber Brief und Siegel".
Durch diese Besitznahme der Waldburger mag sich das Dorf weiter vergrößert haben, denn Ellwangen muss vor Zeiten ein großes und schönes Dorf gewesen sein, weil man, laut Pfarrakten, einmal den Gedanken hatte, öffentliche Märkte abhalten zu lassen. Dass dieser Gedanke nicht ausgeführt worden ist, mag wohl das Städtchen Wurzach daran Schuld gewesen sein, das um diese Zeit das Marktrecht schon verliehen bekommen hatte.
Der bekannte Truchsess Georg III. von Waldburg, bekannt unter dem Namen "Bauernjörg", sorgte dafür, dass unsere Gegend nach der Reformation beim katholischen Glauben blieb und als 1525 sich zahlreiche Bauernhaufen in Oberschwaben und im Allgäu zusammenschlossen, verhielten sich die Bauern im Wurzacher Raum zurückhaltend. Sie baten sogar anfangs den Bauernjörg gegen den eigenen Stand um Hilfe. Doch unter den massiven Drohungen des Allgäuer Bauernbundes und anderer aufständischen Gruppen aus dem Ochsenhausener und Kißlegger Raum zogen denn 5000 Bauern am Freitag vor Invocabit (3. März) vor Wurzach auf, angeführt vom Hauptmann Pfaff Florian zu Aichstetten. Inzwischen war der Bauernjörg in Oberschwaben eingerückt. Am Karfreitag, den 14. April 1525, errichteten seine 10 000 Mann ein Feldlager auf dem Leprosenberg vor Wurzach. Die zwischen der Stadt und dem Ried aufgestellten Bauern stoben nach der dritten Salve aus den 18 Geschützen in alle Richtungen auseinander. In der Pfarrchronik wird angeführt, dass auch über Ellwangen durch den Bauernkrieg großes Elend hereinbrach und viele Häuser niedergebrannt wurden.
Bei der Teilung des Georgischen Stammes Waldburg im Jahre 1601 in die Linien Wolfegg und Zeil fiel Ellwangen an Wolfegg, wurde aber am 4. März 1605 von Zeil um die Summe von 56.832 Gulden erkauft.
Schlimm muss es der Bevölkerung während des 30jährigen Krieges ergangen sein. Die Lasten für die kaiserlichen Truppen waren in Oberschwaben sehr groß. Dazu kam noch die Pest, die in unserer Umgebung ganze Dörfer entvölkerte. Im Jahre 1632 drangen die Schweden bei uns ein. Versprengte schwedische Truppen verbrannten im Mai einige Ortschaften um Wurzach. Auch die Jahre 1633/34 brachten große Not, als weitere, ungeordnete, plündernde Soldatenhaufen aus verschiedenen Lagern durchzogen. Laut Chronik sei in dieser Zeit Kirche und Pfarrhaus sowie das ganze Dorf bis auf ein einziges Haus in Flammen aufgegangen. Dieses Haus soll der Hof des Anton Schwarz gewesen sein (1916 abgebrannt). Die Einwohner Ellwangens wurden des Glaubens wegen verjagt und vertrieben. In der Grafschaft Zeil, zu der Ellwangen damals zählte, überlebten nur 15,3 % der Gesamtbevölkerung. Langsam begannen sich die Ortschaften wieder mit Leben zu füllen. Das Kollegiatstift Wolfegg ließ in Ellwangen wieder eine Kirche erstellen, die sich aber bald als zu klein erwies.
Nach dem Tode des Reichserbtruchsessen Johann Jakob entstand durch eine Erbteilung unter seine zwei Söhne am 21. Februar 1675 eine Zeil\\'sche und eine Zeil-Wurzacher Herrschaft. Sebastian Wunibald erhielt damals Stadt und Herrschaft Wurzach und nebst anderen umliegenden Gebieten auch die Mannsinhabung Ellwangen.
1806 kam Ellwangen zum Königreich Württemberg. Friedrich II. erhielt das Gebiet und noch andere große Ländereien von Napoleon I. für Waffenhilfe gegen die Österreicher.
Anlässlich einer regionalen Einteilung wurde das Dorf dem Oberamt Leutkirch, welches zum Donaukreis zählte, zugeordnet.
Zum Teilort Tristolz ist noch zu bemerken, dass es zeitweise so groß wie Ellwangen selbst war. Hier wieder der Chronist: "Tristolz ist ein stattliches Dorf mit 31 Wohnungen; um zu diesem zu kommen, ist ein gäher Berg zu besteigen". Früher war ein eigenes adeliges Geschlecht derer von Tristolz im Besitz dieses Ortes und der Höfe von Eulental und Löhlis.
In Wirrenweiler besaß das Kloster Ochsenhausen einen Lehenshof, der 1808 an Rot kam. Der kleine Ort war, soweit man zurückgehen kann - mit Ausnahme eines Hofes und einer dazugehörigen Mühle, die 1468 von H. Sigmund an einen gewissen Hans Kessler verliegen worden war und danach in verschiedene Hände kam - im Waldburg-Zeiler Besitz. Die hohe und niedere Gerichtsbarkeit sprach jedoch Rot an, welche diese als ein Lehen von Österreich zu besitzen behauptete. Früher soll im Ort ein Burgstall gestanden haben, der um das Jahr 1580 erwähnt wird.
In Dietenberg stand eine Burg, mit eigenem Adel, wobei jetzt noch ein Hof steht. Diese Burg mit Wald und Feld wurde von dem damaligen Eigentümer Heinrich von Griesingen 1369 an das Kloster Rot verkauft, von diesem dann dem Ritter Hans von Lautrach zu Lehen gegeben und nachher aber auf das Lehen verzichtet. Es fiel sofort das Ganze dem Kloster als ganz eigen zu. Mauerreste der ehemaligen Burg wurden während des letzten Krieges noch abgetragen.
19. Jahrhundert
Nach den Befreiungskriegen zu Beginn des 19. Jahrhunderts herrschte noch jahrelang Not in unseren Landen. In dieser Zeit, in der es viel Bettelvolk und Gauner gab, trieben auch in Oberschwaben Räuberbanden ihr Unwesen. Diese suchten meistens Gegenden mit spärlicher Bevölkerung, mit entlegenen Dörfern und Weilern auf. In unserer Gegend hausten 3 Banden. Die berüchtigste war die des Schwarzen Veri. Zu seinen Kumpanen zählte auch der in Schwarzach geborene Josef Anton Jung, der "Condeer" genannt wurde. Er war stark gebaut und das schwarze, über die Stirn hängende Haar, sowie die dunklen, rollenden Augen gaben ihm ein wildes Aussehen. So brach die Veri-Bande 1818 bei einem Anton Behringer im Soldatenhof nahe bei Tristolz ein. In Oberschwarzach "besuchten" sie einen Alois Maucher und eine Schreinerwitwe Katharina Schleis. Über die letztere Tat äußerte sich Jung folgendermaßen beim Verhör: "Dass wir zu dem Weibe gegangen sind, das ist eine wahre Sünde gewesen; wenn ich gewusst hätte, dass sie so arm sei, wär ich gar nicht hineingegangen". So soll sich auch in Tristolz am 5. Oktober 1818 eine Räuberbande in einem Einödhof eingenistet haben und als sie in der Wirtschaft zu Tristolz waren, wurde eine Streife gemeldet, so dass sie schnell entfliehen mussten. J. A. Jung wurde in der Ravensburger Gegend eingefangen und zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt, aber 1841 aus Anlass der Jubelfeier der 25jährigen Regierung des Königs Wilhelm wegen guten Verhaltens begnadigt. In der Ellwanger Pfarrchronik ist schließlich vermerkt: "Am 14. Januar 1878 beschloss Josef Anton Jung in Lettengrund in hohem Alter sein bewegtes, voll von Abenteuern gewesenes Leben, als letzter der Räuberbande des Schwarzen Veri".
Etwa 100 Jahre später gaunerte um 1930 der "Schwarze Kille" (Kilian Schwarz) aus Tristolz in der Gegend herum. Ältere Leute können sich noch gut an seine Untaten erinnern. Besonders die damaligen Landjäger hätten Respekt vor diesem groß gewachsenen und stark gebauten Gauner gehabt, der sie immer wieder in blamabler Weise an der Nase herumgeführt habe.
Das Jahr 1848 brachte für die Bauern eine wichtige Veränderung der privat-rechtlichen Verhältnisse der Güter. Während bis dahin die Ausübung der Lehensherrlichkeit im ganzen Umfange dem Fürsten von Zeil-Wurzach zustand, wurden durch ein Gesetz vom 18. April 1848 sämtliche Erb- und Fallehensgüter der Privatlehensherren in freies Grundeigentum verwandelt; die ständigen und unständigen Lehensgefälle mussten innerhalb der Gemeinde abgelöst werden. Laut Urkunde vom 12. Oktober 1849 wurden diese Abgaben an die fürstliche Standesherrschaft um die Summe von 22.326 Gulden abgelöst, im weiteren noch andere Gefälle wie "Kälbergeld" und "Hundsmiethe". Der damalige Pfarrer muss von dieser Regelung nicht begeistert gewesen sein: "Dadurch bekommen die Bauern viel Geld in die Hände, das nur Anlass zur Genuss- und Putzsucht gibt".
Am 19. Juli 1870 brach der Krieg zwischen Frankreich und Preußen aus. Mit den Letzteren zogen auch die Württemberger in den Kampf. Aus der hiesigen Pfarrei mussten 10 Bürgersöhne ausmarschieren, wobei einer verwundet wurde. Im Frühjahr 1871 wurde der Friede zu Versailles geschlossen und es wurden deshalb auch große Feste in Ellwangen gefeiert mit Schießen und Freudenfeuer auf der Tristolzer Höhe. In der Dorfmitte neben dem Rathaus wurde eine Friedenslinde gepflanzt, einige Tage darauf aber von unbekannten Tätern abgeschnitten, so dass eine neue beschafft werden musste.
In den nachfolgenden Jahren beklagt sich der Chronist über die hohen Preise: "Kalbfleisch kostet à Pfund 65 Pf., Schweinefleisch 65 - 68 Pf., Schmalz 1.- bis 1.30, Bier à Liter 24 Pf. In dieser Zeit wurde im hiesigen Bezirk viel Seegras gewonnen und zu selten hohem Preis verkauft..... Besonders dem überhandnehmenden Bettel muss entgegengetreten werden (Tägl. 20 - 30); man versucht es hier mit einem Ortsgeschenk bestehend aus 10 Pf. Durch diese Einrichtung wird erreicht, dass das Stromertum abnimmt und der lästige Häuserbettel aufhört".
1871 versuchte Wurzach einen Bahnbau zu erreichen; dabei wurde auch über eine Linie: Kißlegg - Arnach - Wurzach - Ellwangen - Ochsenhausen - Laupheim gesprochen, aber wegen der hohen Kosten abgelehnt.
20. Jahrhundert
Das neue Jahrhundert brachte für Ellwangen einige wichtige Einrichtungen: 1910/11 wurden mehrere Wasserleitungen gebaut, der Ort Ellwangen 1914, Wirrenweiler und Umbrecht 1923, Tristolz und Eichen 1925 mit Elektrizität versorgt. In diese Zeit fiel auch die Umstellung der Landwirtschaft vom Getreide- zum Futterbau.
Als am 31 Juli 1914 die Verhängung des Kriegszustandes und am Tag darauf die allgemeine Mobilmachung verkündet wurde, mussten auch von Ellwangen die ersten Wehrpflichtigen einziehen. Trotz des herben Abschiednehmens habe noch vaterländische Begeisterung und Siegeszuversicht geherrscht. 70 Pferde mussten aus der Gemeinde für Kriegszwecke abgeliefert werden. Das Fehlen der besten männlichen Arbeitskräfte erschwerte das Einbringen der Ernte. Bauersfrauen und alte Leute leisteten schwerste Arbeit. Die anfänglichen Siege der Soldaten wurden besonders mit Glockengeläute und schulfreien Tagen der Jugend gefeiert. Zum Frühjahr 1915 kamen russische, serbische und rumänische Kriegsgefangene hierher als Hilfe für die Bauern. 1916 wurde auch in Ellwangen die "Reichsbuchwoche" durchgeführt und für die Soldaten eine Kiste Bücher abgeschickt. Für die Städte, die an Lebensmittelknappheit litten, wurden 1917 Lebensmittel gesammelt. Im Sommer mussten die großen Pfeifen der Kirchenorgel zu Kriegszwecken abgeliefert werden, die Abgabe der Glocken unterblieb. Aus dem letzten Kriegsjahr wird von Sammlungen von Gold, Schmuckstücken, Heu und sogar Brennesseln berichtet; viele Hamsterer seien aufs Land gekommen. Von der Novemberrevolution habe man in Ellwangen nicht viel bemerkt.Zum Gedenken an die vielen im Krieg gebliebenen Soldaten wurde 1922 das Kriegerdenkmal im Friedhof eingeweiht.
Über die Notjahre nach dem Krieg und die Inflation heißt es: "In Ellwangen wurden viele Sammlungen durchgeführt, die Wohltätigkeit ist nicht erstorben, teilweise sogar vorbildlich. Wucher und Schiebertum gibt es allerdings über die Maßen. Die Geldflut wird immer größer ..... 1 Pfd. Butter kostet 1.500 Mark, 1 Liter Milch 110 Mark, 1 Ztr. Weizen 1.500 Mark, ein Paar Schuhe 20.000 Mark. Armes Deutschland".
Immer wieder wurde Ellwangen von Hochwasser und Überschwemmungen heimgesucht. Besonders schlimm muss eine solche Katastrophe 1869 gewesen sein. Vom 15. Juli 1932 wird berichtet: "Das Wasser stand auf der Straße ungefähr 1/2 m hoch. Bei Ulmenschneiders musste man das Vieh aus dem Stall holen und in die Kammer tun. Auch im Stall bei Hirschwirts stand das Vieh bis zum Bauch im Wasser. Die jüngste Überschwemmung mit schweren Folgen gab es am 21. Juli 1975. In vielen Häusern des Dorfes stand der Keller unter Wasser, besonders großen Schaden erlitt der Teilort Wirrenweiler.
Im Herbst 1932 fand die erste nationalsozialistische Versammlung in Ellwangen statt. Hauptsächlich über die Jugend wurde versucht, auch im relativ hartnäckigen Ellwangen Einfluss zu gewinnen. Die neben dem Nepomuk-Bildstock bei der alten Dorflinde eingepflanzte "Hitlereiche" wurde beschädigt und der mit Hakenkreuz versehene Zaun niedergerissen.
1938 wurden die Oberämter aufgelöst und Ellwangen dem Kreis Biberach zugeordnet.
Bald legten sich die Schatten des Krieges auch über unser Dorf. Am 25. August 1939 überbrachte ein Melder aus Biberach die ersten Stellungsbefehle. Schon 1941 erreichten viele Gefangenenmeldungen und einige Todesnachrichten die Heimat. Der General "Winter" führte an der Ostfront ein strenges Regiment. So wurden Sammlungen von Kleidern, Pelzen und Skiern gehalten. Als 1943 überall Frontrückzüge zu verzeichnen waren, bekam Ellwangen Evakuierte aus dem Rheinland und Ruhrgebiet. Der 1944 an Schärfe zunehmende Bombenkrieg führte bei Tag und Nacht feindliche Geschwader übers Dorf. Man hörte das Krachen der Bombeneinschläge, die Detonationen der Bombenteppiche von Ulm und Friedrichshafen und sah bei Nacht das Aufleuchten der Brände. Am 20. April 1945 zogen die deutschen Truppen, von Tristolz kommend, in kläglichem Zustand mit mageren Gäulen durchs Dorf. Ohne Schuss fuhren am 28. April von Tristolz und Truilz her die französischen Panzer ein. Alles blieb in den Häusern. Die höchste Spannung war gelöst: Den Menschen und dem Dorf mit seinen Häusern war kein Leid geschehen. Doch mussten auf den vielen Schlachtfeldern des 2. Weltkrieges 53 Ellwanger Soldaten ihr Leben lassen.
Bis zum 31. März 1946 lagerten verschiedene Besatzungskompanien im Dorf. 1950 wurde der erste Sportverein gegründet. Die Gründungsjahre anderer Vereine liegen weiter zurück, allerdings bestehen nicht mehr alle:
1854 der Musik-, 1874 ein Gesang-, 1884 der Krieger- und 1923 ein Radfahrverein.
Im Jahre 1959 wurde die neue Wasserleitung in Betrieb genommen. Die 1974/75 von Architekt Prinz erbaute Turn- und Festhalle ist wegen ihrer Einpassung ins Orts- und Landschaftsbild als klarer Baukörper von guten maßstäblichen Verhältnissen zu nennen. Sie verbindet sich gut mit dem 1973 bezogenen Kindergarten.
Am 1. Oktober 1974 erfolgte die Eingliederung der Gemeinde Ellwangen in die Gemeinde Rot a. d. Rot.
Pfarrgemeinde
Eine arme Pfarrgemeinde
Das Patronat über die Pfarrei Ellwangen war von Herzog Sigmund von Österreich 1467 der Universität Freiburg überlassen worden. Diese Einverleibung wurde von Bischof Hermann von Konstanz 1469 bestätigt.
Pfarrer Bannhard, der 1. Chronist der Ellwanger Pfarrchronik, schreibt: "Nach den ältesten Pfarrakten, die vorliegen, mag vielleicht im Jahre 1430 die Pfarrei Ellwangen ihr Entstehen erhalten haben". Er gibt die Namen einiger Pfarrer an, die ab dieser Zeit in Ellwangen pastorierten.
Bis 1470 war Bellamont Filiale der hiesigen Pfarrei. Die damalige Kirche wird zwischen 1465 und 1469 als ruinös bezeichnet. Für die Wiederherstellung stellte der Bischof von Konstanz Bettelbriefe aus.
Graf Johannes von Sonnenberg zog das Patronat mit den Zehentrechten an sich und übergab es seinem im Jahre 1500 gestifteten Franziskanerkloster in Wolfegg. Den Bau und die Gründung dieses Klosters hatte er vor seinem Zweikampf 1487 für den Fall des Sieges gelobt. Von Kaiser Max von Österreich erbat er die Einwilligung, dass er den Großzehnt in Ellwangen mit einem Ertrag von 400 Scheffeln nach Abzug von 50 für den Vikar, seinem Kloster in Wolfegg einverleiben dürfte. Der Kaiser gestattete dies am 8. April 1510.
Aber sein Nachfolger Georg III., der Bauernjörg, wies diese Franziskaner wieder davon und machte aus dem Kloster ein Kollegiatstift, dem Vogtrecht und Großzehnt in Ellwangen zugewiesen wurde. In der Chronik sind dazu kritische Anmerkungen zu finden: "Unter Pfarrer Konradus wurde die Pfarrei dem Stift Wolfegg incorporiert. Ab dieser Zeit durften die Seelsorger nur mit Pfarrvikar, nicht mit Pfarrer, unterschreiben. Vorher ist ein jeweiliger Pfarrer Groß- und Kleinzehnt Dezimator gewesen und hat ein schönes Wittum (Pfarrgut) gehabt. Der greise und kranke Pfarrer sollte auf seine Kosten ein neues Pfarrhaus erstellen; doch das Stift wolle die Baukosten auf sich nehmen, dass er in seinen alten Tagen in Ruhe und Zufriedenheit leben könne. Das listige Kollegiat war aber nur auf den Großzehnt aus". Dem Pfarrer blieb danach neben verschienenen anderen Pfründen nur der Kleinzehnt. Schon damals soll es schlechte "Steuerzahler" gegeben haben: "... Nochmals ist zu rügen und das ist, dass der Pfarrer zur Eintreibung des Kleinzehnt von höherer weltlicher Stelle keinerlei Unterstützung hat. Martini ist die Zeit, zu welcher der Kleinzehnt sollte bezahlt werden; allein es kann Jakobi werden, zu welcher Zeit noch manche Restanten zum Vorschein kommen oder einige zahlen gar nicht. Sollte eine Pfarrstelle aussterben, welche Confusion würde alsdann entstehen".
Als die Pfarrkirche im 30-jährigen Krieg zerstört wurde, war es an der Zeit, eine neue und größere zu bauen. Dabei kam es zu einem Rechtstreit, der damals auch in weiteren Kreisen auf Beachtung stieß. Es ging um die Frage, ob der Graf von Zeil, also der Grundherr, oder das Stift zu Wolfegg baupflichtig sei. Der Streitfall kam damals vor die geistlichen Richter bis nach Konstanz. Von diesen wurde der Dekan des Kapitels, der Pfarrer zu Eintürnen, mit der Untersuchung beauftragt. Eine Entscheidung erfolgte allerdings wegen des nahen Todes des Truchsessen nicht mehr.
Die Nachrichten über den Bau der Kirche sind sehr spärlich.1648 wurde die Kirche umgebaut, das Langhaus erhöht und auf einer Seite neu aufgemauert, der Glockenturm ebenfalls erhöht und die Sakristei unter Dach geführt.
Die Pfarrchronik berichtet, dass es in der nachfolgenden Zeit etliche religiöse Einrichtungen und Gebräuche gab, die auf einen tiefen Glauben unter der Bevölkerung schließen lassen.
Nach einer alten Urschrift waren die Ellwanger Pfarrangehörigen sehr unglücklich, weil Schauer und Hagel ihre Winter- und Sommerfrüchte beinahe ganz zerstörten. Diese unglücklichen Naturereignisse brachten sie dahin, dass sie das feierliche Gelübde machten, jeden Samstag wie den Sonntag zu feiern und zu heiligen und von jeder knechtlichen Arbeit abzusehen. Weil dieses Gelübde aus verschiedenen Ursachen nach und nach zu beschwerlich fiel, wünschten sie, dass dieses in andere gute Werke abgeändert werde. Der damalige Pfarrer Nikolaus Schmid, Doktor der Theologie und später Stadtpfarrer von Wurzach, ersuchte beim Ordinariat zu Konstanz untertänigst um Abänderung des besagten Gelübdes. Die hochbischöfliche Resolution war: Statt des gemachten Gelübdes müsse die Pfarrgemeinde künftig in jedem Monat 2 heilige Messen zur Abwendung des Schauers und Hagels lesen lassen.
Neben diesen 24 sogenannten Monatsmessen bestand lange Zeit ein Meßbund für Männer und Frauen, um für die verstorbenen Mitglieder die Seelenruhe zu erflehen. Jedes Mitglied musste nach dem Tode eines Mitbruders 15 Kreuzer für die Seele des Erblichenen zahlen.
Außerdem bestanden die sogenannten 4 Festopfer, die aber wegen des unerträglichen Polterns und Gespranges auf der Emporenstiege abgeschafft wurden. Dafür wurde aber eingeführt, dass für einen Kommunionzettel allzeit 1 Kreuzer bezahlt werden soll.
Damals trafen Ellwanger und Wurzacher Gläubige beim Bittgang stets in der Kirche zu Dietmanns zusammen. Die kleine Kirche vermochte alldort die vielen Gläubigen nicht aufzunehmen und so entschloss sich Ellwangen, für die Zukunft den Kreuzgang nach Bellamont zu machen.
Die Erzbruderschaft Maria vom Trost und der hl. Mutter Monika war wohl er bedeutendste Glaubensbund in der Pfarrgemeinde. Er wurde am 8. Mai 1707 vom Konstanzer Ordinariat approbiert und unter dem damaligen Pfarrer Jakob Schlegel besonders gefördert. Diese Erzbruderschaft wurde 1495 von den Augustinern ins Leben gerufen. Sie verpflichtete ihre Mitglieder, den schwarzledernen Bruderschaftsgürtel zu tragen und täglich 13 Vaterunser zu beten.
Von der Hand des Malers Franz Josef Müller, der mit einer Schwester des damaligen Pfarrers Hogg verheiratet war und der 1777 den Kreuzweg in der Wurzacher Pfarrkirche schuf, stammt auch das schöne und wertvolle Maria-Trost-Bruderschaftsbild, das er nach einer Holzplastik von Johann Ruez, einem bekannten Bildhauer, gestaltete. Dieses Kleinod befindet sich heute nicht mehr hier.
In Ellwangen lebte auch einige Jahre der Wurzacher Maler G. Weiß, der hier zugleich noch Schullehrer und Mesner war. Wegen einer Streitsache mit der Stadt Wurzach war auch Ruez vorübergehend in Ellwangen; eine kleine Künstlerzunft... Nicht immer waren die Pfarrer mit der Glaubenseinstellung und Frömmigkeit zufrieden. So wird geklagt: "Dass nach der Sonntagsschule und der nachfolgenden Christenlehre die jungen Leute nicht auch noch die abschließende Vesper besuchen, und durch das Hinweggehenwollen aus der Kirche ein großes Ärgernis geben. Viele der Männer stehen während der Predigt in der Nähe der Kirche herum."
Das Pfarrhaus wurde 1731 unter dem Schweizer Pfarrer Roussi erbaut, der mit eigener Hand diesen Pfarrhofbau in das uralte Taufbuch verzeichnete.
Wie schon vor Jahrhunderten einmal muss die Ellwanger Pfarrkirche ein trauriges Aussehen gehabt haben. Pfarrer Bannhard schreibt 1828: "Man kann ohne Entsetzten kaum mehr in die Höhe sehen. Mit Recht kann man sie die Kirche zu St. Johann in der Wüste nennen. Das Kirchendach hat doch auch bei der finstersten Nacht rund umher vom Giebel bis unten soviel Helle, dass man leicht durch das Dach alle Sterne am Firmament zählen kann. Durch den eindringenden Regen wurde sogar der Glockenstuhl morsch, auf der Männerseite regnet es fein herab, so dass man bald das Regendächle aufspannen muss".
Trotz der vom Kirchenvisitator bestätigten Notwendigkeit eines Baues wurde noch längere Zeit nichts unternommen. Es wiederholt sich die Klage über das geizige Stift Wolfegg und die nicht erscheinende Baukommission. "Wir haben ein Babylon, aber es geschieht nichts".
Vielleicht hat zur Verzögerung auch die 1821 ohne Wissen der bischöflichen Finanzkammer eigenmächtig erfolgte Einpfarrung der Parzelle Truilz nach Ellwangen beigetragen.
Endlich wurde der Bau 1861 genehmigt. Der Umbaukostenvoranschlag betrug 17.000 Gulden. Am 18. April 1862 wurde das Schiff abgebrochen: "Beim Abbruch der Seitenaltäre fanden sich Reliquienkästen vor. Auf Pergamentblättchen stand: Am 6. August 1770 habe ich, Augustus Johannes von Nepomuk, durch Gottes und des apostolischen Stuhles Gnaden Bischof von Ephiphania und Weihbischof von Konstanz, C. Bidthornstein in Weserdingen diesen Altar zu Ehren der seligen Anna geweiht. Ich habe in Ihm die Reiliquien der hl. Martyrer Florus, Felix und Konstanz eingeschlossen".
Über den Kirchenumbau heißt es weiter: "In den ersten Wochen wurde der Gottesdienst im Chor, danach aber wegen der Gefährlichkeit des Gewölbes im nördlichen Schulzimmer gehalten. Dank der göttlichen Vorsehung und einer milden Witterung wurde am 19. November 1862 unter allgemeiner Freude der Bevölkerung und weithin schallenden Böllerschüssen das Kirchendach aufgeschlagen. Am Abend wurden die Handwerksleute von der hiesigen Trompetermusik auf dem Bauplatz abgeholt und ins Wirtshaus begleitet, wo sie auf Kosten der Gemeinde mit Bier und auf Kosten des Pfarrers mit einem frugalen Essen bedacht wurden. Sie überließen sich umso mehr ungeteilter Fröhlichkeit, als die gefährliche Arbeit durch keinen Unfall gestört wurde".
Die Innenrenovierung erfolgte in den Jahren 1863/64, und am 21. Juni 1864 wurde die Kirche vom Bischof von Rottenburg, Josef von Lipp, feierlich eingeweiht. Die Einweihung der Kirche und die darauf gespendete Firmung dauerte von 7 bis 11 Uhr.
Anscheinend war der nachfolgende Pfarrer doch nicht zufrieden: "So schön die Kirche nun von außen sich präsentiert, so wenig entspricht das Innere dem Äußeren. Die Wände des Schiffes haben einen namenlos eintönigen, langweiligen weißen Anstrich. Die Holzdecke samt Gebälk war im Eisenbahnerstil gelb angestrichen mit schwarzen Randverzierungen. Deshalb erhielt die Kirche eine schöne, dekorative Malerei".
Die heutige Pfarrkirche St. Ursula und Kilian
Bei einer durchgreifenden Erneuerung entfernte man 1935 die figürliche und ornamentale Ausmalung von Schiff und Chor und ersetzte sie durch wandbildhafte Fresken von A. Blepp.
- Im Chorschluß den Gekreuzigten zwischen anbetenden Engeln und den Vertretern von Ständen und Kirche
- im Schiff an der oberen Chorbogenwand die Apostel
- über dem Chorbogen Maria
- dann links am Bogen herab als Vertreter für jedes Jahrhundert und bestimmte Glaubensbewegungen, die Heiligen Agnes, Franz von Sales,
Don Bosco, Petrus Canisius, Bonifatius, Paulus
- rechts herab Elisabeth, Konrad von Parzham, Wendelin, Albertus Magnus, Kilian und Augustinus
Von Blepp sind auch die Kreuzwegstationen.
Am nördlichen Nebenaltar zeigt ein Triptychon: in der Mitte Maria vom Trost mit Ellwangen im Hintergrund, auf den Flügeln den Märtyrertod der hl. Ursula und ihrer Jungfrauen bei der Ankunft in Köln, sowie das Sterben des Josef Engling im Grabenkrieg 1918 vor Cambrai; er war ein Mitbegründer des Schönstätter Bundes.
Wertvoll sind die Holzbildwerke, aus denen ein spätgotischer hl. Sylvester Memminger Herkunft herausragt, weiterhin ein Gekreuzigter aus dem 18. Jahrhundert, ein hl. Sebastian von 1630/40, ein Auferstandener, vielleicht von J. Ruez um 1720, ferner eine spätbarocke Gruppe Mutter Anna mit Maria als Kind. Die Altarweihe fand am 25. Oktober 1935 statt und wurde von Bischof J. B. Sproll vorgenommen.
Während des Krieges wurden 1942 zur Herstellung von Munition die Glocken eingezogen, nur die kleinste blieb. Die abgegebenen Glocken wurden 1947 wieder im Lager Lünen gefunden und zurückgebracht. Da das frühere Geläute einen schlechten Klang hatte, wurde die große Glocke umgegossen und zwei neue bestellt. Die feierliche Glockenweihe war am 18. April 1950.
Im Glockenstuhl hängen heute:
- Christkönigsglocke (neu) mit der Inschrift: "Vom Krieg zurück, zu Fried und Glück, erstand ich neu, Dir König treu."
- Bruderschafts- und Marienglocke (neu): "Maria vom Trost, so niemand verstoßt. Ave Maria."
- Ursula- und Kiliansglocke (neu): "Ursel und Kilian, ziehet uns himmelan. Gottes Ehr und Menschen Freud, sei euer Geläut."
- Alte Marienglocke (1767) aus einer Biberacher Werkstatt (Johann Daniel Schmelz)
- Alte St. Kiliansglocke: "J. B. Ernst in Memmingen und Otto Sartor von Kempten gossen mich 1681" (Mit dem Wappen des Reichserbtruchsessen Grafen Maximilian Franz zu Wolfegg)
- Alte kleine Wetterglocke: "Facta sub B. Roussi, 1729 Rapperschweilano parocho"
Die aus dem Jahre 1865 stammende Orgel von C. Weigle wurde 1953 durch eine neue der Gebrüder Reiser, Biberach, ersetzt.
1960 verputzte man die Backsteinwände der Pfarrkirche und 1963 wurde das alte Mesnerhaus zum Marienheim umgebaut.
Am 21. Juni 1964 feierte die Pfarrgemeinde das 100jährige Jubiläum der Pfarrkirche. In den letzten Jahren wurde das feuchte Gemäuer trockengelegt und in diesem Jahr mit der Innenrenovation unter der Leitung von Architekt Igl, Ochsenhausen, und Kichenmaler Lutz aus Leutkirch begonnen.
Zur Gemeinde Ellwangen gehören einige schmucke Kapellen und Bildstöcke:
Die Kapelle von Tristolz, die 1949/50 von Architekt A. Weigert erstellt wurde, der auch das Fresko der Mutergottes von Fatima schuf.
Recht gute Holzfiguren sind in der älteren Kapelle von Wirrenweiler zu sehen. Hier ist auf den aus der Memminger Schule stammenden hl. Sylvester und einen hl. Sebastian aus der Schule der Brüder Zürn hinzuweisen.
Nahe bei der alten Dietenberger Kapelle ließ J. Pfender eine neue, größere bauen. In dieser stehen einige bemerkenswerte Holzfiguren. Ein hl. Josef aus der Zeit um 1740, die hl. Kilian und Ursula und ein Gekreuzigter von 1530/40.
Die 1933 von K. Merk in Pfaffenried zu Ehren des hl. Josef, die 1935 auf dem Laienhof zu Ehren des Bruders Konrad und die 1958 in Truilz erbauten Kapellen sind neueren Ursprungs.
Hingegen älter sind das 1881 auf dem Tristolzer Berg aufgestellte Feldkreuz, ebenso dieses von Lindengraben mit den Leidenswerkzeugen und besonders die 1751 errichtete und 1951 erneuerte Bildsaul, in der man Besen gegen "Aisen" abstellte. Sie zeigt eine volkstümliche barocke Kreuzgruppe mit dem zermarterten Christus und der Schmerzenmutter Maria in Nachahmung des Steinbacher Gnadenbildes. Die Spätgotischen Figuren der hl. Margarethe und Katharina wurden sichergestellt. Seit 1773 werden dorthin freitags Bittgänge gemacht.
An der Friedhofsmauer liegen ein Sühnekreuz aus Sandstein und ein in 2 Stücke zerbrochenes aus Tuffstein.